• Der Dörrhüttl-Experte aus Bad Goisern

    Rudi Aumüller ist ein waschechter Goiserer und außerdem Experte in Sachen Dörrobst.

    Rudi Aumüller, Experte in Sachen Dörrobst.

Rudi Aumüller hat die alte Kunst des Obstdörrens für sich entdeckt. Genau genommen ist Rudi sogar „Dörrhüttl“-Experte. Seit Jahrhunderten trocknen wir im Salzkammergut einen Teil unserer Ernte in den „Dörrhüttln“.

Im Inneren Salzkammergut ist die alte Tradition des Obstdörrens in vielen Orten noch ein festes Ritual im Jahreskreis. „Dörrobst enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und ist in unseren Allergie-belasteten Zeiten eine natürliche Nascherei, frei von Konservierungsstoffen“, findet Rudi Aumüller. Er hat vor vielen Jahren seine Liebe zu den – wie der Goiserer sagt – Dörrhüttln entdeckt. Als sein Nachbar begann, eine Dörrhütte nach alter Tradition wieder aufzubauen, beschloss Rudi sich auf die Reise in die Vergangenheit zu begeben….

Dörren wie die Alten es taten

Unzählige Dörrhütten, allein in Goisern sind es rund zwanzig, stehen heute noch im Salzkammergut. Jedes ist einzigartig in seiner Machart, Größe und Lage. Manche sind noch im Einsatz, andere wurden zweckentfremdet. „Früher war das getrocknete Obst die einzige süße Köstlichkeit, die es in den Wintermontagen gab. Damit wurde z.B. gebacken, besonders der so genannte Störer, ein Kletzenbrot, das es in der Adventzeit gibt“, erzählt Rudi. Richtig gemachtes Dörrobst mit der perfekten Restfeuchte ist lange haltbar und kann in Baumwollsäcken monatelang gelagert werden.

Errichtet wurden die Dörrhüttln in einigem Abstand zum Bauernhaus. „Die Brandgefahr war einfach zu groß“, so Rudi. Bei vielen Dörrhüttln wurde der Sockel und der Ofen aus Steinen gemauert. Die Wände und der Dachstuhl waren früher aus Holz, später kamen Ziegel zum Einsatz. Für die nötige Wärme sorgte eben der gemauerte Ofen. „Aber Ofentürl gab es damals noch nicht. Um die Wärme zu halten bzw. zu regulieren, legte man einfach einen Stein vor die Öffnung“, erzählt Rudi.

Auf zur Dörrhüttl-Roas!

Sein Wissen hat Rudi Aumüller inzwischen aus ganz Österreich zusammengetragen. In den Sommermonaten bietet der findige Dörrhüttl-Experte sogar eine eigene Dörrhüttl-Roas an.

In der 2-3 Stunden dauernden Tour zeigt er den Gästen die schönsten Dörrhütten im Goiserertal. Wer allerdings im Winter bei uns in der Region ist, sollte unbedingt das geschmackvolle  Kletzenbrot, den Störer, probieren. Das Früchtebrot wird noch in vielen regionalen Backbetrieben hergestellt und ist typisch für Advent und Weihnachten im Salzkammergut.

Termine zur Dörrhüttl-Roas

Alles weitere zum Thema Dörrhütten findest du auf der Webseite von Rudi unter: www.doerren-in-goisern.at

Tipp: Es gibt sogar einen eigenen Dörrhüttl-Pass, du wirst staunen wie viele Dörrhütten und geschichtliche Hintergründe es zum Thema Dörren im Salzkammergut gibt 🙂

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